Als ich vor über 25 Jahren angefangen habe zu nähen, hatte ich einen Nähkurs in der Volkshochschule. Der beste Tipp den ich dort bekommen habe war Tipp Nummer 1. Alles andere kam mit der Zeit.




- Nähen, nähen, nähen!
Denn Übung macht Dich wirklich besser! Trau Dich, es tut dem Stoff nicht weh, wenn Du was trennen musst oder Dich mal verschneidest. Aber aus jedem Fehler lernst Du sehr viel für das nächste Projekt. Mit der Übung kommt die Sicherheit. Und die möchte ich für Dich! - Spiele mit Deiner Nähmaschine!
Ehrlich wahr! Du kannst viel weniger kaputt machen als Du denkst. Verstelle die Nadelposition und schaue, was sich verändert. Probiere Dich durch alle Stiche durch – vielleicht stellst Du ein Mustertuch her. Versuche verschiedene Stoffe und sieh, was sich an den Stichen verändert. Probiere alles Zubehör, das mit Deiner Maschine gekommen ist aus. Wechsele die Nadel und fädele ein und aus, bis Du es fast im Schlaf kannst. Baue die Stichplatte aus und mache sauber. Und lies die Anleitung. Am Besten hebst Du die immer direkt mit der Nähmaschine auf, dann kannst Du immer nachschlagen, wenn Du etwas nicht weißt. - Deine Kaufgröße ist nicht Deine Nähgröße!
Jeder Designer und jeder klassische Schnittmusterhersteller verwendet eine andere Maßtabelle und andere Bewegungszugaben. Jeder versteht unter „Locker“ und „Eng“ etwas anderes. Wenn Du wirklich passende Sachen nähen möchtest, musst Du Dich ausmessen (lassen) und dann für jeden Hersteller anhand der Tabelle Deine Größe auswählen. Denn Deine Kaufgröße 40 ist Burdas 44 und La Mia Boutiques 48. Bei den Indie-Designern fallen die Größen meist etwas passender aus, aber sicher ist sicher! - Zubehör, das Du wirklich brauchst:
Eine Nähmaschine, auch ruhig ein älteres Modell. Hochwertige Nähnadeln (Schmetz oder Organ). Eine Stoffschere. Ein Handmaß. Gute Stecknadeln. Markennähgarn (Madeira, Gütermann, Alterfil zum Beispiel). Alles andere ist Kür. Macht es das Leben einfacher, mehrere Scheren und Lineale zu haben? Aber ja! Kann ich mit besonderen Maschinenfüßen Dinge schneller und einfacher nähen? Sicher! Für den Anfang reichen trotzdem diese paar Dinge. Der Rest kommt mit der Zeit. - Statt Schnittmusterpapier besorge Dir Malerfolie aus dem Baumarkt.
Nicht die ganz dünne, flimsige. Die etwas dickere Folie. Manche Märkte haben die auf einer Rolle und man kann sich 1 m lange Stücke abreißen, das ist einfach superpraktisch. Dazu permanente Folienschreiber in 2 Farben und das Kopieren von Schnitten wird plötzlich viel einfacher! - Beschrifte Deine Schnittmuster.
Wirklich. Sklavisch! Schreibe das Heft/den Designer, den Namen oder die Nummer des Schnittes drauf. Deine Größe. Was für ein Teil das ist (nicht immer kann man das so einfach erkennen wie bei einem T-Shirt Vorderteil!). Schreibe drauf, ob Nahtzugabe drin ist und wenn ja, wie viel. Schreibe besondere Änderungen drauf. Und vor allem: Auf jedes einzelne Teil, selbst auf einen kleinen Beleg. So weißt Du immer, welche Teile zu welchem Schnitt gehören und wo Du die Anleitung findest. Wenn Du für mehrere Personen nähst, schreibe auch drauf, für wen Du das kopiert bzw. genäht hast. Vor allem, wenn Du für Deine Figur viele Änderungen an einem Schnitt vornehmen musst, lohnt es sich, Schnitte öfter zu nähen. Und dann sind die Notizen unersetzlich.
Einen Extratipp habe ich noch: Nach dem Zuschneiden lasse immer alle Schnittmusterteile aufstecken. Dann weißt Du immer, was zusammengehört und was was ist.
