Was treibe ich eigentlich aktuell so, wenn ich keine Nähkurse gebe? Letzten Herbst hat mich ja Corona ziemlich aus den Socken gehauen. Den Herbst-Nähkurs musste ich aussetzen und auch Anfang dieses Jahres hat es gebraucht, bis ich wieder in die Gänge gekommen bin. Jetzt bin ich wieder ziemlich ganz fit und habe mich mit aller persönlichen Kraft in die Ausbildung zur Patchwork-Kursleiterin gestürzt.
Was heißt das denn? Gebe ich dann keine Nähkurse mehr? Doch, natürlich! Aber ich habe eine neue Herausforderung gesucht, eine neue Technik und Patchwork ist mir da in den Schoß gefallen. Ich nähe schon seit rund 20 Jahren Patchwork, bisher auf traditionelle Art und immer bei Bedarf: Hier ein paar Tischsets, da ein saisonaler Tischläufer, dort eine Decke, die am Ende immer irgendwie in den Besitz des Hundes übergeht. Jetzt möchte ich mehr, mehr Techniken können, mehr auch moderne Ideen umsetzen. Darum habe ich im letzten Spätsommer angefangen, Kurse bei der Patchworkgilde zu belegen. Und dort gibt es nach den Grundlagenkursen auch die Möglichkeit, sich zur Kursleiterin ausbilden zu lassen. Wie toll ist das denn? So bin ich also gerade sehr beschäftigt mit den Kurshausaufgaben, die ich Euch aktuell leider gar nicht zeigen darf. Das darf ich erst, sobald ich mit der Ausbildung fertig bin.
Aber das Leben besteht nicht nur aus Hausaufgaben! Im Frühjahr war ich bei den Patchworktagen und dort hat mich das Thema einer Ausstellung in ihren Bann gezogen. Das Thema ist „Modern New York Beauty“ und gezeigt wurden die Abschlussarbeiten der diesjährigen Teilnehmer an der Patchworkkursleiter-Ausbildung.
New York Beauty – was ist das denn? Supermodels aus New York? Die Freiheitsstatue? Fast. Das ist eine Bezeichnung für einen bestimmten Patchworkblock – und die Freiheitsstatue mag zum Namen beigetragen haben:

Dieser Block sollte modern umgesetzt werden und die Lösungen der Künstlerinnen waren wirklich atemberaubend schön! Hier sind nur ein paar Beispiele.



Die tollen Quilts haben mich inspiriert und ich habe über den Sommer selbst mit Dreiecken und Rundungen experimentiert. Mit meinem Ergebnis bin ich wirklich zufrieden und ich habe viel Spaß beim Nähen gehabt. Ich hoffe, dass ich jetzt über die Herbstferien Zeit zum Quilten finde, denn das ist nochmal eine Herausforderung.








Mein Modern New York Beauty taucht bestimmt bald wieder hier im Blog auf, sobald ich mich für ein Quiltdesign entschieden habe.
Wo ich dabei bin – was ist eigentlich Quilten? Und was ist Patchwork? Ist das nicht dasselbe?
Tatsächlich sind das zwei verschiedene Dinge, die aber zusammenhängen. Patchwork ist das Zusammennähen von verschieden großen Stoffstücken, um ein größeres Stück zu erhalten. Dabei werden die kleinen Stücke meist in kunstvollen Mustern angeordnet, z.B. Sternen oder anderen Mustern. Oft bestehen diese Muster aus sich wiederholenden Grundelementen, den sogenannten Blöcken. Viele der Blöcke haben ihre Namen aus dem Alltagsleben im 18. und 19. Jahrhundert der USA heraus erhalten. Hier wurden aus den Stoffstücken oft Bettdecken gefertigt, die mit einem warmen Futter und einer Rückseite versehen wurden, um das Futter zu schonen. Diese drei Lagen wurden dann durch Nähte zusammengehalten – und das ist das eigentliche Quilten. Quilten reicht von einfachen, geraden Nähten bis hin zu großangelegten Mustern. Dafür muss der Untergrund nicht mal aus einer Patchworkarbeit bestehen, das nennt man Whole Cloth Quilt und hier steht das Quilting im Vordergrund. Die Möglichkeiten für Designs und Kombinationen sind natürlich praktisch unbegrenzt. Und das reizt mich am Patchwork. Es gibt mir so viel Raum für Kreativität, es ist für mich wie Malen mit Stoff.
Was mache ich sonst noch so?
Stricken geht seit dem Sommer auch endlich wieder! Aktuell auf meinen Nadeln ist Barachois von Jennifer Beale. Den farbigen Streifen habe ich aus Resten von Drops Nord und Drops Alpaka gestrickt. Der Hauptteil ist aus Garn von Christel Seyfarth, das hier schon seit Jahren vor sich hin reift. Ein tolles Projekt, ich freue mich schon drauf, den Pullover zu tragen, wenn er fertig ist.
Natürlich ist es nicht ganz ohne Fehler ausgegangen, nach etwa 50 Reihen habe ich bemerkt, dass ich in einem Teil den Zopf vergessen hatte. Das habe ich repariert, demnächst zeige ich Dir, wie Du das auch machen kannst!



Was ist denn Dein aktuelles Handarbeitsprojekt? Magst Du mit mir teilen?
